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Latte Macchiato

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Verlorenes Ich PDF  | Drucken |
Geschrieben von: Stella Leonis   
Dienstag, den 23. Februar 2010 um 00:25 Uhr

Er rennt schneller als der Wind, seine Schritte sind rasender als sein wie wild klopfendes Herz. Als er um die Ecke biegt, schließt sich seine Hand automatisch zu einer Faust, die auf das fleischige Kinn des Widersachers zufliegt. Jener weicht taumelnd zurück und lässt dadurch von seinem Opfer, einer verängstigten jungen Frau ab. Wieder ist er rechtzeitig gekommen, doch Zeit sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen bleibt nicht. Der gut gezielte Tritt des Übeltäters trifft ihn in die Seite…

Krachend flog Ben gegen den Spind und hielt sich mit vor Schmerz verzehrtem Gesicht seine Seite. Durch die Tränen, die ihm in die Augen geschossen waren, sah er Mark an, seinen Peiniger an allen Tagen seiner Schulzeit. Beschämt über seine Schwäche wandte er den Blick ab und griff nach seiner Fantasie, seinem Ausweg…

Obwohl es erst so ausgesehen hat als ob er diesmal keine Chance haben würde ein Opfer zu beschützen, gewinnt er am Ende doch die Oberhand. Die Frau, welche er beschützt hat, hatte den tobenden Kampf zwischen ihm und dem Übeltäter genutzt, um unbemerkt zu flüchten. Schade eigentlich, doch so ergeht es ihm meistens. Kurz schaut er sich nochmal um, ehe er die Hände tief in den Manteltaschen vergraben in der Dunkelheit der schlecht beleuchteten Straßen verschwindet…

Im Versuch sich klein und unsichtbar zu machen, senkte Ben den Kopf, zog die Schultern hoch und schob seine Hände in die großen Hosentaschen. Er schaute weder nach links, noch nach rechts, sondern steuerte zielstrebig auf seinen Platz im Klassenzimmer zu. Letzte Reihe, am Fenster. Kurz hob er seinen Blick, nachdem er sich auf seinen Stuhl hatte fallen lassen. Aus dunklen Augen betrachtete er seine Klassenkameraden, die eher Widersacher waren als wirkliche Kameraden. Mancher schielte kurz zu ihm hin, immer mit diesem Gesichtsausdruck als würden sie einen Haufen Müll betrachten. Verdrossen kramte er im Rucksack nach seinem Notizbuch und schlug es auf. Es war voll von Kritzeleien, nichts davon konnte man als großartige Kunst bezeichnen, auch nicht die Texte, die er manchmal dazu verfasste. Aber ihm war es egal, schließlich sah nur er diese kreativen Ergüsse. Die Schulklingel ertönte und löste einen Teil seiner Anspannung. Auch wenn der Unterricht ihn meistens langweilte, waren diese Stunden doch die einzigen, in denen sie ihm nichts anhaben konnten.

 

 

 
Das Spiel PDF  | Drucken |
Geschrieben von: Stella Leonis   
Samstag, den 24. Oktober 2009 um 22:11 Uhr

Den Montag als Beginn der sich ständig wiederholenden Routine mochte ich noch nie. Doch seit mein Wunsch nach einem Ausbruch aus dem Trott in Erfüllung ging, hasse ich ihn... Die Stille beim Heimkommen war irritierend. Kein Topfklappern, keine poppigen Lieder aus dem Radio. Ich versuchte mich zu erinnern, ob meine bessere Hälfte heute einen Weiberabend hatte, aber es war Montag, nicht Mittwoch. Mit gerunzelter Stirn begab ich mich in die Küche, wo ich Lisa vorfand, offenbar genauso geschafft wie ich. Dachte ich... bis mir meine Begrüßung aufgrund des Chaos auf dem Küchentisch im Halse stecken blieb. Karten über Karten waren verteilt, manche mit dem Bild, manche mit dem Deckblatt nach oben, sie mit gesenkten Kopf über einem Buch vertieft, leise murmelnd. „Lost Du aus, was wir heute essen, oder wie?“ meinte ich halb scherzhaft, halb gereizt ob des noch nicht aufgetischten Mahles. Wie vom Blitz getroffen wirbelte ihr Kopf herum und einen Moment lang starrte sie mich wie einen Fremden an. Aus welcher Dimension ich sie auch geholt hatte, die war verdammt weit weg gewesen.

 

 


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